Burnout – wenn Seele und Körper streiken

Burnout

Bildquellenangabe: Gerd Altmann / pixelio.de

Die Anforderungen, die das Zeitalter ständiger Veränderung und Erneuerung mit sich bringt, bringen uns manchmal deutlich an unsere Grenzen. Schaffen wir es zwischen Mobilität, Flexibilität und Verantwortung, zwischen ständiger Erreichbarkeit und Verfügbarkeit im Job nicht mehr Grenzen zu setzen und Auszeiten einzuplanen, sind die psychische und physische Gesundheit in Gefahr.

Bei diffusen Beschwerden wie Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Magen und Darmbeschwerden Schweißausbrüchen und körperlicher Schwäche denken die Meisten erst mal an einen harmlosen Infekt oder an eine wetterbedingte Kreislaufschwäche. Kommen dann noch psychische Symptome wie innere Unruhe, diffuse oder anhaltende Angst und eine zunehmende Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit oder anhaltende schwere Schlafstörungen dazu, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Fällt dann beim Hausarzt der Begriff Burnout, sind die Meisten zunächst ratlos. Natürlich geistert die Begrifflichkeit seit einigen Jahren als Schreckgespenst aller Workaholics durch die Medien, aber die Darstellung des Krankheitsbildes bleibt meistens recht diffus.

 

Tatsächlich zeigt eine aktuelle Studie der Barmer GEK, dass die Zahl der Burnout-Fälle und anderer psychischer Erkrankungen dramatisch steigt, mit Tendenz zu weiterer Zunahme. In den vergangenen 20 Jahren verdoppelte sich die Zahl derer, die aufgrund schwerwiegender psychischer Probleme behandelt werden müssen.

Die Gründe für diese dramatische Zunahme von Krankheitsfällen liegen auf der Hand: ständiges Pendeln, das Einsparen von Personal und somit stetig wachsende Verantwortung für den Einzelnen, das Wegfallen von sozialen und finanziellen Sicherheiten überfordert viele Menschen und oft fehlt die Möglichkeit, Körper und Seele genügend Ausgleich zu gewähren. Erste Stresssymptome werden aus Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes zur Seite geschoben und aus Mangel an Wissen oder Gesundheitsbewusstsein ignoriert oder unzulänglich behandelt. Viele denken, man könne den Stress einfach aussitzen und abwarten, was auf die Dauer meist auf Kosten der eigenen Gesundheit und Leistungsfähigkeit geht.

Oft kommt die Diagnose Burnout erst nach einigen Umwegen, denn die Erkrankung, oft eine Reaktion auf akute oder chronische Überbelastung am Arbeitsplatz, kann sich sehr verschieden zeigen. Meist hat man als Betroffener jedoch ein gutes Gespür dafür, ob sich hinter zunächst rein physischen Symptomen nicht doch mehr verbirgt.

 

 

Besonders aufmerksam sollte man werden, wenn Infekte sich hartnäckig halten oder bestimmte Symptome, für die keine körperliche Ursache gefunden werden kann, immer wieder kehren. Wie fast alle psychischen Erkrankungen sind auch akute Belastungsreaktionen wie das Burnout heute gut und effektiv zu behandeln, Mittel der Wahl sind dabei eine Kombination von Verhaltenstherapie, dem Erlernen von Entspannungsmethoden wie autogenes Training und gegebenenfalls medikamentöse Unterstützung. All diese Maßnahmen sollten von einem niedergelassenen Facharzt für Psychiatrie oder Psychotherapie veranlasst werden und führen langfristig meist zum Erfolg und zur deutlichen Besserung der Beschwerden.

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